Freitag, 16. Oktober 2009

Lizensierungsproblem bei FireCluster unter XTM v11.0 und 11.0.1

In den Versionen Fireware XTM 11.0 und 11.0.1 gibt es im Active/Passive Clusterbetrieb aktuell ein Lizensierungsproblem beim Einsatz der UTM Services. Grundsätzlich reicht es im Active/Passive Modus aus, dass die UTM Services nur auf der PRIMARY Box lizensiert sind. Für die SECONDARY Box reicht die "nackte" Live Security aus. Findet unter 11.0 und 11.0.1 jedoch ein Failover auf die Secondary Box statt, funktionieren die UTM Services WebBlocker, spamBlocker und Gateway Antivirus/IPS dann nicht, da ein Bug die UTM Lizenzen nicht korrekt auf die Secondary Box synchronisiert und die Services dann einfach nicht angewendet werden... Dieser Bug wird mit Version 11.0.2 behoben. Betroffene Kunden können sich in der Zwischenzeit von Customer Care eine temporäre Lizenz für die Secondary Box ausstellen lassen.

Dienstag, 13. Oktober 2009

Achtung bei Migration auf Fireware XTM: Routing Table - Abarbeitung ändert sich

Momentan habe ich wenig Zeit für meinen Blog, weil jeden Tag neue Support-Anforderungen bei mir eingehen. Admins migrieren ihre WatchGuard Firebox mit bestem Wissen und Gewissen auf Fireware XTM (Version 11) - und erleiden bisweilen Schiffbruch. In den allermeisten Fällen lassen sich die Probleme darauf zurückführen, dass bei Fireware XTM (Version 11) die interne Routing Table der Firebox in einer anderen Reihenfolge abgearbeitet wird als bei der bisherigen Fireware 10.2.x.

Generell gilt bei XTM: VPN hat Vorrang!

Welche Probleme können daraus entstehen und welche Lösungsansätze gibt es:
  • 1. Mobile User VPN. Während noch bei der Version WFS 7.x empfohlen wurde, den IP-Pool für die Einwahl der mobilen User INNERHALB des lokalen LAN-Subnetzes zu definieren (Beispiel: LAN = 192.168.0.0/24, mobile User (egal ob PPTP oder IPSec) bekommen 192.168.0.200 bis 220 zugewiesen), ist dies bei Fireware XTM (Version 11) grundsätzlich ein Problem und führt zu gravierendem Fehlverhalten.

    Verwenden Sie grundsätzlich für die Einwahl von mobilen Usern IP-Bereiche, die in dieser Form an keiner anderen Stelle Ihrer (verteilten) IP-Infrastruktur verwendet werden. Ich persönlich verwende gerne für PPTP den Bereich 172.31.254.1 bis 50, für IPSec 172.31.255.1 bis x (je nach Lizenz) und für SSL-VPN 172.31.253.0/24. Diese Bereiche werden in aller Regel noch nicht für andere Zwecke verwendet - und haben eben den Vorteil, dass die WatchGuard Firebox zu diesen Bereichen ein sauberes Routing fahren kann.

  • 2. Network > Routes. Das Problem hier lässt sich anhand von folgendem Support Fall verdeutlichen: als eth1 (=Trusted) war bei einem Kunden definiert: 192.168.0.1/30, d.h. außer der Firebox gibt es in diesem Subnetz nur noch genau einen weiteren Host, 192.168.0.2. Dies ist ein Standleitungs-Router, der eine Leitung zu einem 10-er IP-Netz am Hauptstandort des Unternehmens bedient, an dem sich auch die AD-Domänencontroller des Unternehmens befinden, über die u.a. auch die Einwahl der mobilen User gegenüber Active Directory authentifiziert wurde (Eintrag unter Setup > Authentication > Authentication Servers > Active Directory). Dummerweise gab es in dieser Konfiguration auch noch einen BOVPN-Tunnel (sprich eine feste Außenstelle), der auf der Gegenseite das IP-Netz 192.168.0.0/24 bedient hat. Während unter der Software-Version Fireware 10.2.x das auf eth1 definierte lokale Netzwerk 192.168.0.0/30 Vorrang hatte und daher die DCs in dem 10-er Netz per Routing erreichbar waren, verhält sich die WatchGuard Firebox unter Fireware XTM (Version 11) nun anders und schickt den Traffic zu dem Standleitungs-Router 192.168.0.2 nun nicht mehr zum lokalen Interface eth1 raus - sondern packt ihn in den Tunnel in die Außenstelle x ein, wo er im Nirwana landet... Problematik klar? In diesem Fall am einfachsten die Konfiguration von eth1 und die IP-Adresse und das Routing des/zum Standleitungs-Router so abändern, dass das verwendete IP-Subnetz an keiner anderen Stelle der Unternehmens-IP-Infrastruktur verwendet wird...

  • 3. Problematik: vermaschte IP-Netze. Unter einem "vermaschten IP-Netz" verstehe ich hier ein verteiltes Netzwerk mit mehreren Standorten, die auf TCP/IP-Basis miteinander kommunizieren können, wobei das Routing jedoch nicht direkt von Außenstelle zu Außenstelle geführt wird, sondern über einen gemeinsamen, zentralen Punkt (i.d.R. ein Rechenzentrum). Auch ich habe in der Vergangenheit Netze gebaut, die in einer Außenstelle z.B. ein IP-Netz à la 10.0.23.0/24 verwendet haben - und einen BOVPN-Tunnel zu 10.0.0.0/8 hinter einem zentralen Gateway angesteuert haben. Dort befand sich eine WatchGuard Firebox X Core oder X Peak, die den Traffic angenommen hat - und auch tatsächlich wieder korrekt in die ebenfalls dort terminierten BOVPN-Tunnel zu den anderen Außenstellen eingepackt hat. Damit ließen sich auch schon in der Vergangenheit zentralisierte VoIP-Lösungen (z.B. Asterisk, Siemens HiPath, Avaya) abbilden. Ein Problem entsteht unter Fireware XTM insbesondere dann, wenn auch das zentrale Netzwerk in einem IP-Subnetz des o.g. vermaschten Netzwerks betrieben wird. Die zentralen Server sind dann aus den Außenstellen heraus nicht mehr korrekt erreichbar. Trifft dieses Szenario auf Sie zu, sprechen Sie mich bitte direkt an, um eine Lösung gemeinsam zu erarbeiten.

  • 4. Allgemein gilt: sofern Ihre IP-Infrastruktur *KLAR* definiert ist und es zwischen den verwendeten IP-Bereichen keine Konflikte/Überschneidungen gibt, wird ein Update auf die aktuelle Version WSM 11.x und Fireware XTM v11.x relativ einfach und überschaubar über die Runden gehen.

Donnerstag, 8. Oktober 2009

Destination IP on Spyware Blocklist

In einem aktuellen Supportfall ging es darum, dass keine E-Mails an eine bestimmte Domain geschickt werden konnten (X Core UTM-Bundle mit Fireware 10.2.9). Im Logfile fanden sich Deny-Meldungen

[...] Q9 Networks Inc, destination IP on Spyware Blocklist, firewall drop (internal policy)

Der Kunde hatte unter Setup > Default Threat Protection > Blocked Sites die Antispyware Blocklist aktiviert, zum Schutz vor Adware, Dialer, Downloader, Hijacker, Trackware.

Interessanterweise befand sich die IP-Adresse des für die Zieldomäne zuständigen Mailservers eben auf dieser Blocklist. Die Firebox verweigert dann sämtlichen Traffic VON und auch ZU diesen IP-Adressen. Nachforschungen haben ergeben, dass diese Liste statisch ist und von WatchGuard selbst gepflegt wird. USA Support hat empfohlen, ein Update auf Version 10.2.11 vorzunehmen, da die betreffende IP-Adresse auf der in 10.2.11 eingebauten Liste nicht mehr draufsteht. Als Alternative kann aber auch die freizugebende Ziel-IP-Adresse bei den Blocked Sites Exceptions eingetragen werden, die zeitlich gesehen offenbar VOR der Antispyware Blocklist abgearbeitet wird.

Falscher Download-Link zum SSO Agent 10.2.11

Aus den Release Notes der Version 10.2.11 geht hervor, dass der SSO Client unverändert auf 10.2.9 bleibt (das optionale MSI-Paket für die Installation auf dem Desktop-PC) - dass es aber einen neuen SSO Agent 10.2.11 gibt (Authentication Gateway), der im Software Download Bereich auch so angeboten wird. Der Download-Link zeigt aber derzeit auf eine falsche Datei, nämlich den alten SSO Agent 10.2.9! Zumindest bei einem Kunden mit einer X Edge musste ich feststellen, dass nach dem Update auf Edge 10.2.11 die User Authentication gegen Active Directory mit dem (alten) SSO Agent nicht mehr funktioniert.